Dienstag, 29. September 2015

Grün plus Rot ist ...?

Aus dem Kunstunterricht wissen wir: Gelb, Rot (bzw. Magenta) und Blau (bzw. Cyan) sind die Grundfarben. Vom Computer kennen wir das RGB-System: Rot, Grün und Blau sind die Grundfarben. Ja, was nun ... Ist da wo was falsch? 

Nein, gar nicht! Beides stimmt - es kommt nur drauf an, was farbig ist: Energie (Licht) oder Materie (Körper).

Mischung von Lichtfarben und das RGB-System
Aus grünem, rotem und blauem Licht zusammen entsteht weißes Licht. Je zwei dieser Lichtfarben ergeben Cyan, Gelb oder Magenta. Grün plus Rot ist in diesem Fall also Gelb. Schwarz ergibt sich als Fehlen jeglichen Lichts.


Das RGB-Farbsystem beschreibt einzelne Farbnuancen durch Angabe von Intensitätswerten von 0 bis 255 für jede Grundfarbe. Kommen Rot, Grün und Blau in gleicher Intensität vor, entstehen die unbunten Farben von Weiß über Graustufen bis zu Schwarz.

A: Entstehung von Gelb, Cyan und Magenta durch voll gesättigte Grundfarben
B: Blauer Farbton (Mitte) wird abgedunkelt durch Verringerung der Farbwerte. Je höher - und damit dem Blau ähnlicher - die Rot- und Grünwerte, desto heller der Farbton.
C: Je ähnlicher die Werte der drei Grundfarben sind, desto "schmutziger"/gräulicher wird der Farbton

Mischung von Körperfarben und das CMY-System
Wie erscheinen transparente Farbschichten auf weißer Oberfläche? Die Regeln dieses Mischprinzips kennt jeder aus eigener Erfahrung. Hier sind Gelb, Cyan und Magenta die Farben, die sich nicht durch Mischen herstellen lassen, und Grün, Rot und Blau die Sekundärfarben. Helle Tönungen erhält man durch weniger Farbe; alle drei Primärfarben zusammen ergeben Schwarz (man denke an die frühen Inkjetdrucker ohne zusätzliche schwarze Kartusche). Zumindest in der Theorie. Tatsächlich kommt bestenfalls nur ein Braungrau zustande. Im Druckwesen wird daher zusätzlich zu Cyan (C), Magenta (M) und Gelb (Y) Schwarz  verwendet, um die dunklen Farbtöne wiedergeben zu können. Die Angabe des Schwarzanteils im CMYK-System wird als "Key" bezeichnet.

Dieser Farbkreis ist für beide Farbmischungsprinzipien einsetzbar. Je nachdem, von welcher der beiden Farbgruppen RGB oder CMY man ausgeht, erscheint die andere als genau komplementäre Sekundärfarbengruppe:
C - R (Orangerot)
M - G
Y - B (Violettblau)  

Additiv? Subtraktiv? 
Geht es um Lichtfarben, nennt man das Mischen der Farben additiv, geht es um Körperfarben, nennt man das Prinzip subtraktiv. Als Merkhilfe halte ich mir immer die Farbe Weiß vor Augen: Um diese zu erhalten, muss man im Falle von buntem Licht die Primärfarben addieren, während bei der subtraktiven Farbmischung die weiße Oberfläche nur dann zu sehen ist, wenn man jegliche Farbschicht weglässt.

Gräi und Rout is entweda a gelbs Läit oda a brauns Blattl

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